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Reallabor Digital Economy

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Ein Forschungsprojekt im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt

1 Hintergrund: Reallabore und Innovationen

Digitalisierte Prozesse und digitale Anwendungen haben bereits weite Teile des Lebens sowie von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung entscheidend verändert und werden noch für weitaus größere Veränderungen sorgen. Als Querschnittstrend ist die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zentraler Innovationstreiber, der Geschäftsmodelle, Prozessketten, Dienstleistungen und Produktwelten verändert bzw. neu erschließt.

Nach den Überlegungen des BMWi dienen Reallabore als Testräume für Innovation dazu, unter realen Bedingungen Erfahrungen mit (digitaler) Innovation zu sammeln. In solchen zeitlich und räumlich begrenzten Experimentierräumen sollen neue Organisationsmodelle erprobt werden, die mit den tradierten Arbeitsweisen oder traditionellen Rollen der unterschiedlichen beteiligten Akteure möglicherweise nur bedingt vereinbar sind. Mit der Fokussierung auf innovationsorientierte Unternehmensgründungen und Existenzgründungsförderungen verändern sich zahlreiche Anforderungen u. a. an die Beratung und den Service, die innovationsbezogenen Infrastrukturen, die materiellen und immateriellen Unterstützungsformen oder die effiziente Organisation der Förderung in einer Wirtschaftsregion mit vielen Akteuren insgesamt.

Dieser Zielgruppe auf der Nachfrageseite würden in diesem Projekt unterschiedlichste Unternehmen und Adressaten angehören, z. B.

Zu den beteiligten Akteuren auf der Angebotsseite zählen u. a. Hochschulen, Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammern, Banken und Kreditinstitute, private Unterstützer und Aktivisten sowie natürlich die Zielgruppen der möglichen Existenz- und Unternehmensgründer (Studierende, ALUMNI, Mitarbeiter von Firmen) sowie bestehender innovativer Unternehmen mit Ausgründungstendenzen.

Um die positiven Effekte und großen Chancen der Informations- und Kommunikationstechnologie umfänglich nutzen zu können, muss in der Region oder am Standort über die bisherigen Aktivitäten, die eigenen Ziele und Strategien sowie auch über die Formen bisheriger Zusammenarbeit hinsichtlich der Effektivität und der Effizienz neu nachgedacht werden. Innovationen in der regionalen Zusammenarbeit gerade bei IT-orientierten Existenzgründungen erscheinen dabei unausweichlich. Da sie aber nicht von vornherein planbar sind, erscheinen Experimentierräume im Sinne des beschriebenen Reallabors eine ideale Möglichkeit, diesem Themengebiet neue Impulse zu verleihen. Effizienzgewinne auf der einen Seite bedeuten mehr Ressourceneinsatz an weiteren wichtigen Stellen auf der anderen Seite.

2 Ziel des Reallabors "Digital Economy"

Die Produkte und Dienstleistungen der IKT-Wirtschaft bieten erhebliche Innovations- und Wertschöpfungspotenziale. Um dieses Potenzial für Sachsen-Anhalt auszubauen, besteht das Hauptziel des Projekts Reallabor „Digital Economy“ in der Erprobung und der experimentellen Neukonzeption eines abgestimmten regionalen Unterstützungsangebotes für IKT- und innovationsorientierte Ansiedlungen und Existenzgründungen.

Die Teilziele bestehen u. a. in einer umfassenden Analyse der bestehenden Situation in den Beispielregionen, der Identifikation zentraler Standort- und Einflussfaktoren für innovationsorientierte Unternehmensgründungen, der relevanten Zielgruppen und Akteure in der Region sowie in einem konzeptionellen Neuaufbau einer innovationsorientierten Existenzgründungsförderungsstrategie.

Allgemein geht es bei diesem Reallabor nicht um eine spezielle Technologie oder um ein neues Geschäftsmodell, sondern um die nachfragebasierte Neugestaltung der IT-orientierten Förderungsdienstleistungen in zwei Beispielregionen, um auf dieser Basis die oben beschriebenen Innovationspotenziale im Land Sachsen-Anhalt nutzen zu können. Der große Vorteil eines Reallabors ist es, dieses innovationsbezogene Modell sofort unter realen Bedingungen testen zu können.

Die Arbeit im Reallabor verspricht darüber hinaus mehr Erkenntnisse, ob und ggfs. wie die relevanten Regeln, Gesetze und/oder Vorgaben weiterentwickelt werden sollen (rechtliches Erkenntnispotenzial). Das kann z. B. die Bereiche und Fragen nach der aktuellen Regulierung und administrativen Prozessgestaltungen, Datenübertragbarkeit zwischen den Stakeholdern und den Unternehmen/Existenzgründern oder auch Förderrichtlinien betreffen. In der Reallabor-Arbeit wird es darauf ankommen, diese Faktoren als wichtige Faktoren zu identifizieren und diese ggfs. durch Experimente zeitlich befristet aussetzen oder verändern zu können.

Zentrale Fragestellungen

Aus diesen Zielstellungen und Überlegungen ergeben sich daraus u. a. folgende praktische und erkenntnisleitende Fragestellungen:

Zwei Beispielregionen des Real-Labors: Stadt Magdeburg und Landkreis Harz

Die räumliche Bezugsbasis des „Real-Labors“ sollen der Landkreis Harz als ländlich geprägter Flächenkreis und die Stadt Magdeburg als städtisches Oberzentrum bilden. Hier sollen gleichzeitig in der Konzeptionsphase das Reallabor bzw. Teile des Reallabors aufgebaut werden.

Als praktische Ergebniserwartung soll ein Organisations- und Strategiemodell zur effizienten und effektiven Unterstützung von innovationsorientierten Existenzgründungen und Ansiedlungen in Sachsen-Anhalt konzipiert werden, um auf dieser Basis wichtige Aspekte der Unternehmensfreundlichkeit, Beratungsorganisation und rechtliche Umsetzungen in die Praxis transferieren zu können.

3 Methoden

Neben den klassischen Methoden in Bezug auf die weitere Projektfortführung haben sich Überlegungen des agilen Projektmanagements für die Laborarbeit als sehr zielführend erwiesen. Mit dem agilen Projektmanagement soll ein Rahmen geschaffen werden, der darauf abzielt, zentrale Ergebnisse schnell einer Prüfung und einer entsprechenden Evaluation zu unterziehen. Weil es darum geht, in den beiden Modellstandorten, Harz und Magdeburg, neue, moderne und vor allem kundenorientierte Dienstleistungen zur Wirtschaftsförderung der „Digital Economy“-Branche zu entwerfen, verspricht die Nutzung von agilen Projektmanagementmethoden wichtige Erkenntnisse und Möglichkeiten, u. a. durch die Nutzung von Design-Thinking, Lean-Start-up“-Methoden, Business-Model-Canvas oder Scrums.

4 Kontaktadressen

HS Harz, Fb Verwaltungswissenschaften, Domplatz 16, 38820 Halberstadt

Prof. Dr. Jürgen Stember
jstember@hs-harz.de
Emanuel Hesse
ehesse@hs-harz.de