Das WiföLAB

Labor für innovative und technologische Strategien der Wirtschaftsförderung

Das neue WiföLAB an der HS Harz – multifunktionales, digitales Kooperationslabor

Bei der Neukonzeption des eigentlichen WiföLAB-Raumes am Standort Halberstadt der Hochschule Harz ging es darum, einerseits die alten, in die Jahre gekommenen Funktionalitäten neu zu gestalten und anzupassen sowie andererseits neue und vor allem flexiblere Arbeitssysteme zu integrieren. Dabei waren die Begriffe Flexibilität, Anpassungsfähigkeit sowie Visualisierung zielführend und umsetzungsrelevant.

Aus dem alten WiföLAB wurden drei zentrale Strukturierungs- und Gestaltungselemente übernommen:

  • Nach wie vor prägend sind die Duplex-Monitore an der Decke und die entsprechenden beiden Leinwände an der Wand. Sie erlauben für alle Personen im Raum eine deutliche Sichtbarkeit der zentralen Themen, die aktuell diskutiert werden, z. B. Software 1 vs. Software 2 oder aktuelle Lösung vs. neue Lösung.
  • Die zentrale Steuerung der Projektionsinhalte findet nach wie vor über ein zentrales Steuerungspanel statt.
  • Die Arbeitsinsel bietet flexiblen Platz für Teilnehmer und ihre Geräte. Ihre aktuellen Inhalte auf den Laptops können jederzeit auf die großen Leinwände projiziert und mit allen diskutiert werden.
Grundriss des WiföLAB-Raumes: links die runde Arbeitsinsel mit Laptops und umlaufenden Sitzplätzen, davor der Steuerungstisch, von dem aus zwei getrennt steuerbare Duplex-Projektoren die beiden Leinwände an der Südwand bespielen; rechts zwei mobile Surface-Hubs mit Kleingruppenplätzen und das stationäre Legamaster-Board an der Ostwand
Modellhafter Plan des WiföLAB

Neu und ergänzend hinzugekommen sind die zwei flexiblen Surface-Hubs, die individuell von Klein- und Kleinstgruppen genutzt werden können, sowie ein großes Legamaster-Board, das stationär an der Ostwand angebracht wurde. Letzteres kann aufgrund der großen Darstellungsfläche von größeren Gruppen und sogar im ganzen Raum genutzt werden.

Funktions- und Systematisierungsrahmen für das WiföLAB

Das WiföLAB kombiniert Raumkonzept, Methodik und Technologie zu einer integrierten Arbeitsumgebung. Die nachfolgende Systematik gliedert die Potenziale und Nutzungsszenarien in vier zentrale Funktionssäulen.

1 Raum- und Nutzungskonzepte (physische & methodische Ebene)

Diese Säule beschreibt die räumliche Flexibilität und die methodischen Arbeitsweisen, die das WiföLAB ermöglicht.

  • Flexibler Makerspace: Prototyping-Flächen, digitale und analoge Werkzeuge, Kreativmaterialien – schnelles Überführen von Ideen in greifbare Artefakte („Hands-on“-Ansatz)
  • Agile Zone: mobilisierbares Mobiliar, digitale Whiteboards – dynamische Gruppenarbeit, Scrum-Boards und Sprint-Workshops
  • Co-Working & Kollaboration: flexible Arbeitsplätze, Zonen für Fokus- und Teamarbeit – Vernetzung von Studierenden, Lehrenden und externen Partnern
  • Demonstrationsbereich: Präsentationsflächen, Testaufbauten für Reallabore – anschauliche Vermittlung von Forschungsergebnissen und Best Practices

2 Handlungsfelder & inhaltliche Schwerpunkte

Das WiföLAB dient als Inhalts- und Innovationstreiber für konkrete Transformations- und Verwaltungsthemen:

  • Digitale Transformation & KI-Einsatz: Erprobung praktischer Anwendungsfälle von KI in Verwaltung und Wirtschaft (z. B. Automatisierung, Prozessoptimierung).
  • Bürokratieabbau & Prozessdesign: anwendungsnahe Analyse von Verwaltungsabläufen, Nutzerreisen (User Journeys) und Entwicklung schlankerer Verfahren.
  • Kommunale Wirtschaftsförderung der Zukunft: Entwicklung neuer Ansätze für Standortentwicklung, Netzwerkarbeit und regionale Ökosysteme.
  • Nachhaltigkeit & Reallabor-Ansätze: Testfeld für nachhaltige, praxistaugliche Lösungen im geschützten Testraum vor der eigentlichen Implementierung.

3 Interaktions- und Formattypen

Die Bandbreite an Arbeits- und Veranstaltungsformaten, die im Raum durchgeführt werden können, ist sehr vielfältig und umfasst ein breites Spektrum moderner Formate:

  • Innovation Sprints & Hackathons: Intensivformate zur Lösung spezifischer Fragestellungen innerhalb kurzer Zeiträume.
  • Design Thinking & Co-Creation-Workshops: nutzerzentrierte Entwicklung von Dienstleistungen, Prozessen und Produktkonzepten.
  • Praxis-Dialoge & Runder Tisch: Format für den vertrauensvollen Austausch zwischen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
  • Schulungs- & Befähigungsformate: Hands-on-Trainings zur Vermittlung agiler Methoden, digitaler Kompetenzen und neuer Technologien.

4 Netzwerkeffekte & Zielgruppen-Schnittstellen

Nicht zuletzt ist die Systematisierung der Wertschöpfung für die unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen sehr relevant:

  • Für Wissenschaft & Lehre: praxisnahe Projektarbeit für Studierende, Anwendungsfeld für angewandte Forschung und interdisziplinäre Lehre.
  • Für Kommunen & Verwaltung: Zugang zu wissenschaftlichem Know-how, Methodenkompetenz und einem geschützten Raum für Experimente („Sandboxing“).
  • Für Region & Wirtschaft: Impulsgeber für regionale Innovation, Vernetzung mit Nachwuchskräften und Zugang zu neuen Lösungsansätzen.

In dieser räumlichen Konfiguration sind also alle Zielgruppen, seien es Wirtschaftsförderer, Praxispartner, Unternehmenspartner oder Studierende, in einem guten, flexiblen Arbeitsumfeld integrierbar. Arbeits- und Darstellungsinhalte wie auch Präsentationen können auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt und ausgetauscht werden – ein Gewinn für alle.

Bilder des neuen WiföLABs

Blick in den WiföLAB-Raum: an der Decke montierte Projektoren, ein großes Wandmonitor-Display, ein mobiler Surface-Hub, im Vordergrund ein runder Tisch mit roten Stühlen und aufgeklappten LaptopsZweiter Blick in den WiföLAB-Raum: Arbeitstische mit Bildschirmen und roten Stühlen, rechts eine bespielte Leinwand, links die hohen Fenster des Altbaus am Domplatz
Der neue WiföLAB-Raum am Standort Halberstadt der Hochschule Harz